Neuigkeiten

29.05.2020, 08:34 Uhr

Kulturhauptstadtjahr 2010

Erinnerungen an das Projekt SchachtZeichen,

 Im Jahr 2010 trug Essen, stellvertretend für das Ruhrgebiet den Titel Kulturhauptstadt Europas. Damit wurde erstmals eine ganze Region ausgezeichnet. Die für die Wahl Essens entscheidende Versammlung des Regionalverbands Ruhr (vormals Kommunalverband Ruhrgebiet) fan am 09.02.2004 unter der Leitung von Hanslothar Kranz statt. Von den 46 stimmberechtigten Vertretern waren 44 anwesend, 23 Vertreter stimmten für Essen und 21 Vertreter für Bochum. Damit war der Grundstein für die Wahl Essen zur Kulturhauptstadt 2010 gelegt. Weitere Städte, die in diesem Jahr ebenfalls den Titel Kulturhauptstadt tragen durften, waren die ungarische Stadt Pécs und Istanbul. Unter dem Leitsatz „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“ sollte die Vorstellung der kulturellen Vielfalt in der Region einen Beitrag zu der Stärkung der Metropole Ruhr beitragen. Ein Jahr lang wurde dementsprechend ein dichtes Programm mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen geboten.

Eines der Leitprojekte des Kulturhauptstadtjahres war das Projekt SchachtZeichen. Im Rahmen dieses Projektes stiegen vom 22.05. bis zum 30.05.2010 an 311 Standorten im Ruhrgebiet gelbe, mit Helium gefüllte Ballone auf, um an ehemalige Bergbaustandorte, die nicht mehr als Zechenstandorte erkennbar sind, zu erinnern und so zugleich den Strukturwandel sichtbar zu machen.

Einer der Standorte war Pörtingsiepen Schacht I, der am Rand einer idylisch gelegenen Wiese in den Fischlaker Höfen liegt. Mit tatkräftiger Unterstützung durch Hanslothar Kranz und  mithilfe seiner vielfältigen Kontakte zu Werdener, Heidhauser und Fischlaker Vereinen gelang es der damaligen Projektkoordinatorin und heutigen Ratsfrau Martina Schürmann Vereine und Einzelpersonen zu gewinnen, die sich ehrenamtlich in dem Projekt engagierten.

 Anlässlich des 10. Jahrestages dieses Projektes trafen sich am 22.05.2020 die damalige Projektkoordinatorin und heutige Ratsfrau Martina Schürmann und der damalige Ratsherr Hanslothar Kranz mit der Familie Dornebeck, die seinerzeit nicht nur das Grundstück zur Verfügung stellte, sondern sich mit einigen Nachbarn um die technische Betreuung des Ballons kümmerte. Stellvertretend für die vielen ehrenamtliche Unterstützer des Projektes an Pörtingsiepen Schacht I dankten Martina Schürmann und Hanslothar Kranz der Familie Dornebeck nochmals für ihren ehrenamtlichen Einsatz. Dazu Martina Schürmann: SchachtZeichen war und ist ein schönes Beispiel dafür, was ehrenamtlicher Einsatz bewirken kann. Ohne den Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer hätte das Projekt nicht verwirklicht werden können. Der schönste Erfolg für das gesamte Team war meiner Meinung nach der große Zuspruch der Mitbürgerinnen und Mitbürger.

In die schöne Erinnerung an das Projekt mischt sich aus aktuellem Anlass die Sorge um die Zukunft insbesondere der Kulturschaffenden, die zum Gelingen des Projektes an Schacht Pörtingsiepen I beigetragen haben und denen im Zusammenhang mit der Corona-Krise Einnahmen in existenzbedrohender Weise wegbrechen. Auch die Kulturschaffenden müssen in dieser schwierigen Zeit unterstützt werden, damit die vielfältige Kulturszene in unserer Stadt und in der Region erhalten bleibt. Der Corona Sonderfonds Kultur, der dem Rat der Stadt Essen am 27.05.2020 zur Entscheidung vorliegt und der dem Erhalt der in ihrer Existenz bedrohten Kultureinrichtungen der freien Kulturszene in Essen dienen soll, leistet dazu einen wichtigen Beitrag.